| Die Geschichte der Feuerwehr Obbornhofen |

Feuerwehren gehören zum Allgemeingut einer jeden selbstbewussten Gemeinde. Auch unsere Vorfahren machten sich diesen Vorsatz zu eigen. Schon 1893 schlossen sich unsere Väter in der Pflichtfeuerwehr zusammen. Was vorher einem gemeinschaftlichen Selbstschutz diente, wurde jetzt durch die Gründung der Pflichtfeuerwehr durch Erfassung aller männlichen Einwohner zum Dienst eines jeden zum Wohle der Gemeinschaft. Jahraus, jahrein erfüllten die Männer ihren Dienst in der Feuerwehr, sie zogen in den 1. Weltkrieg und erfüllten ihre Pflicht für das Vaterland. Viele kehrten aus dem Felde nicht mehr zurück. Aber die,die das Schicksal verschonte, schlossen sich in der Heimat wieder gemeinsam mit den jüngeren Jahrgängen zusammen, um den Dienst in der Feuerwehr fortzuführen.
Vor
50 Jahren, am 24. April 1936, entschlossen sich 36 Pflichtfeuerwehrmänner, eine
Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Sie folgten damit dem Wunsche des damaligen Bürgermeisters
Karl Kammer sowie Kreisbrandinspektor Bouffier, der die Gründungsversammlung
leitete. Zum Wehrführer wählte man den seitherigen Kommandanten der
Pflichtfeuerwehr Robert Hahn. Zu seinem Stellvertreter wählten die Mitglieder
Albert Leschhorn. Bedingt durch das große Interesse an der gemeinsamen Sache
zeigte sich ein guter Ausbildungsstand. Bei den alljährigen Inspektionen fand
Kreisbrandinspektor Bouffier nur Worte des Lobes. An Einsatzgeräten besaß die
Wehr einen Hydrantenwagen sowie eine Handdruckspritze. Die Anschaffung einer
Tragkraftspritze 8/8 mit Anhänger im Jahre 1941 brachte der Wehr neue Aufgaben
der Ausbildung. Maschinistenlehrgänge wurden absolviert, um mit der Bedienung
und Wartung vertraut zu werden. Inzwischen war der 2. Weltkrieg ausgebrochen.
Wieder zogen die wehrpflichtigen Jahrgänge in den Kampf. Vorwiegend ältere Männer
und Jünglinge versahen den Dienst in der Feuerwehr. Durch die Bombenangriffe
hatte die Wehr noch größere Aufgaben zu erfüllen. Nach dem totalen
Zusammenbruch im Jahre 1945 war das Feuerlöschwesen für die ersten
Nachkriegsjahre stark beeinträchtigt, weil durch Gesetz der Militärregierung
jegliches Vereinsleben verboten war.
Erst
im Jahre 1948 gelang es einigen Wehrmännern mit Unterstützung der
Gemeindeverwaltung, unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Erich Henzel, die
Freiwillige Feuerwehr nach alter Tradition neu aufzubauen. In Anwesenheit des
Kreisbrandinspektors Becker wählte man Rudolf Henzel zum Ortsbrandmeister und
zum Stellvertreter Helmut Kammer. Bedingt durch eine heimtückische Krankheit
konnte Brandmeister Rudolf Henzel seine Dienstgeschäfte nicht mehr erfüllen.
Somit leitete der Stellvertreter Helmut Kammer den Dienst und die Geschäfte der
Wehr bis zur Wahl des Vorstandes. Im Auftrag des Herrn Landrats wurde Helmut
Kammer von Bürgermeister Henzel zum Ortsbrandmeister ernannt. Als
stellvertretender Ortsbrandmeister wurde Richard Leschhorn bestätigt. Im Jahre
1954 trat Helmut Kammer aus beruflichen Gründen als Ortsbrandmeister zurück;
an seine Stelle wählte man Richard Leschhorn. Zum neuen Stellvertreter wählte
die Versammlung Heinrich Lauber.
Am
15. Mai 1955 konnte die Wehr auf dem Schulhof zur Bannerweihe schreiten. Unter
Mitwirkung aller örtlichen Vereine und Schulklassen fand dieses kleine Fest
einen schönen Verlauf.
Um
den Ausbildungsstand zu erhöhen, teilte man die Wehr in zwei Abteilungen ein.
Das Ziel der Ausbildung ist der „Einheitsfeuerwehrmann“, der im Einsatz ohne
große Verzögerung jede Funktion zu übernehmen versteht. Bedingt durch Neuzugänge
wird diese Art der Ausbildung auch in Zukunft so bleiben, um eine zuverlässige
und schlagkräftige Wehr zu erhalten.
Im
Jahre 1957 stellte Richard Leschhorn sein Amt als Ortsbrandmeister aus geschäftlichen
Gründen zur Verfügung. Einstimmig wählten die Anwesenden der
Jahreshauptversammlung Gustav Leschhorn zum neuen Ortsbrandmeister. Abgesehen
von zwei kleineren Bränden in den Jahren 1957 und 1961 kam die Wehr in unserem
Dorfe nicht zum Einsatz.
Für
über 10jährige Tätigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr ehrte der
Ortsbrandmeister 15 Wehrmänner bei der Generalversammlung 1958 mit Ehrennadeln.
Seit
Bestehen der Pflicht- und Freiwilligen Feuerwehr alarmierte man durch
Signalisten. Diese Art der Alarmierung reichte zu einem geschlossenen Einsatz
nicht aus. Durch Beschluß der Gemeindebehörde unter Vorsitz von Bürgermeister
Valentin Möbus konnte eine Alarmanlage auf dem Rathaus angebracht werden.
Anläßlich
der Jahreshauptversammlung im Jahre 1959 ernannte Kreisbrandinspektor Hahn die
Oberfeuerwehrmänner Ewald Kammer, Erwin Miltenberger und Robert Reitz zu Löschmeistern.
Dem Gerätewart überreichte Ortsbrandmeister Gustav Leschhorn für 40jährige Tätigkeit
eine Ehrenurkunde.
Am
19. April 1959 fand der Frühjahrsverbandstag der Feuerwehren des Kreises Gießen
in unserer Gemeinde statt. Mit einer Schauübung auf langer Wegstrecke unterstützt
von den Nachbarwehren Hungen und Bellersheim zeigten wir eine Gemeinschaftsübung
in der Bahnhofstraße. Die Wettkampfübung des Jahres wurde von einer Gruppe
unserer Wehr auf dem Schulhof mit Erfolg vorgeführt.
Getreu
dem Wahlspruch „Gott zu Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ war die Zusammenarbeit
der Wehren bei dem Großbrand in Bettenhausen am 08.10.1959. Im Brandeinsatz
beteiligten sich einige Männer unserer Wehr. Auf Anordnung von Ortsbrandmeister
Blei, Bettenhausen, hatte die Freiwillige Feuerwehr Obbornhofen Bereitschaft.
Auch die Nachtbrandwache übernahm unsere Wehr.
Im
Jahre 1960 wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Heldenbergen ein
Mannschaftswagen angeschafft. Allen Feuerwehrmännern, die viele freie Stunden
nutzten, das Fahrzeug auch für die Unterbringung der TS. 8/8 einschließlich
Zubehör auszubauen, sei besondere Anerkennung gezollt.
Nach
erfolgreicher Tätigkeit im Dienste der Allgemeinheit seit ihrer Gründung im
Jahre 1936 konnte die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Obbornhofen vom 10. bis 12.
Juni 1961 ihr 25jähriges Jubiläum feiern.
Das
Jahr 1961 begann für die Kameraden mit Planung und der Vorbereitung für dieses
Fest, das so gefeiert wurde, wie es sich für eine Wehr ziemt. Zu diesem Anlaß
spielte am Kommersabend die Musikkapelle der Bundeswehr (II. Musikkorps aus
Kassel).
Um
auf den Ernstfall besser vorbereitet zu sein und ihm wirkungsvoller begegnen zu
können, entschloß sich die FFW, eine neue Pumpe anzuschaffen. Im September
1962 wurde die neue TS 8/8 gekauft. Durch ihre Handhabung ist sie leichter zu
bedienen, und die Störanfälligkeit ist kleiner.
Die
Gemeinde Obbornhofen hatte mit dem Bau der neuen Mehrzweckhalle begonnen; die
Einweihung erfolgte am 31.08.1963. Aus diesem Anlaß wurde auch das Feuerwehrgerätehaus
mit dem dazugehörigen Schlauchturm, dem neuen Wahrzeichen Obbornhofens, an die
Wehr übergeben. Damit wurde ein neuer, wichtiger Markstein in der steten Aufwärtsentwicklung
unserer FFW erreicht.
Im
selben Jahr konnte die Wehr auch eine Jugendgruppe aufstellen. (Eine
Jugendgruppe hat die Möglichkeit, in das Feuerwehrwesen Einblick zu erlangen
und bei Übernahme in die Einsatzabteilung mit den gelernten Kenntnissen sich zu
bewähren.) Unsere Jugendgruppe war die sechste im Kreis Gießen und im Land
Hessen die 16. Gruppe. Diese Gruppen waren in den Wehren intern geführt und
erst später in dem Deutschen Feuerwehrband (DFV) organisiert und als selbständige
Organisation innerhalb der FFW anerkannt.
Der
Anfang der 60er Jahre war für die FFW Obbornhofen ein neuer Umbruch in der
Struktur und Aktivität des Feuerwehrwesens. Der Feuerwehrverband hat die
Stellung der Freiwilligen Feuerwehr in der Öffentlichkeit anerkannt. Sie ist
die einzige Organisation in der kleinsten Gemeinde, die bei Notfällen
abrufbereit ist und sofortige Hilfeleistung geben kann. Dies bedeutete für die
Feuerwehrmänner eine zusätzliche Belastung an das Wissen eines jeden
Einzelnen: Der Feuerwehrmann musste die Schulbank drücken. Die Lehrgänge häuften
sich, und das Wissen musste nicht nur im Brandschutz verbessert und
vervollkommnet werden, sondern auch für Maßnahmen in „Erster-Hilfe“ und
technischer Art bei Unfällen und Katastrophen. Dies führte für jeden
Feuerwehrmann (und heute auch die FW-Frau) zu einer zusätzlichen Belastung für
sich und die Familienangehörigen. Auch unsere Feuerwehrmänner mussten diese
Lehrgänge besuchen. So begann die neue Aera der Freiwilligen Feuerwehr!
Ebenfalls
am Anfang der 60er Jahre hat die FFW Obbornhofen das Blutspenden organisiert und
mit Erfolg durchgeführt. Zweimal musste sich die Wehr in diesem Jahr im
Ernstfall bewähren: Sie konnte beide Brandherde durch ihre „Schlagkraft“ im
Keim ersticken. Die Wehr zählte an die 33 Mann, die einsatzfähig waren.
Am
11.01.1964, bei der Generalversammlung, trat Heinz Kunert anstelle des
Stellvertretenden Ortsbrandmeisters Heinrich Lauber ein. Bei der
Generalversammlung am 13.03.1965 wurde Herr Bürgermeister Erich Henzel für
seine besonderen Verdienste um die Belange unserer FFW zum Ehrenmitglied
ernannt. Die Feuerwehren der Nachbargemeinden haben erkannt, dass es wichtig
ist, bei Großbränden die Nachbarwehren zur Mithilfe alarmieren zu können. Am
19.09.1965 fand in Trais-Horloff eine Gemeinschaftsübung des Löschbezirks 7
statt. Es waren beteiligt: Bellersheim, Hungen, Inheiden, Steinheim,
Trais-Horloff und unsere Wehr.
Am
14.02.1966 mußte die Wehr erneut zur Brandbekämpfung gerufen werden. Ein Stall
brannte ab, aber die anliegenden Gebäude blieben dank des geschulten Einsatzes
der Wehr verschont. Auf der Generalversammlung am 19.02.1966 wurden für 25jährige
Mitgliedschaft folgende Wehrmänner geehrt: Richard Leschhorn, Heinrich Lauber,
Erwin Miltenberger, Helmut Groß, Albert Wolf, Willi Eisenhuth, Richard Block,
Paul Kammer, Helmut Kammer, Heinz Becker, Paul Leschhorn.
Am
06.06.1966 nahm die Gemeinde, und besonders betroffen war die Wehr, Abschied von
Altbürgermeister Karl Kammer. Er war der Initiator und Gründer der
Freiwilligen Feuerwehr Obbornhofen.
In
diesem Jahr wurde die Wehr an einen Feldscheunenbrand gerufen, der durch eine
Brandstiftung verursacht wurde. Die Männer waren rechtzeitig am Einsatzort. Das
Feuer jedoch war stärker, und die Scheune brannte samt Inventar nieder.
Auf
der Generalversammlung am 11.03.1967 bedankte sich Herr Bürgermeister Henzel für
den Einsatz der Feuerwehr. Er bat die Männer für das kommende Jahr um Mithilfe
bei der 1200-Jahrfeier der Gemeinde und gab auch das Versprechen für die
Anschaffung eines Gruppenlöschfahrzeugs. Das neue Gruppenlöschfahrzeug LF8
wurde am 02.07.1967 an die Wehr übergeben. Damit wurde die Wehr mit einem der
modernsten Fahrzeuge ausgerüstet. Die 1200-Jahrfeier fand vom 15. bis 17. Juli
1967 statt. Die Männer der Freiwilligen Feuerwehr haben an der Gestaltung und
Vorbereitung des Festes tatkräftig mitgewirkt. Wir waren stolz, dass das neue
Gruppenlöschfahrzeug auf diesem Fest gezeigt werden konnte. Die
„Schlagkraft“ der Wehr war nun noch besser und auch leistungsfähiger
geworden.
Ihren
Ausbildungs- und Leistungsstand konnte unsere Wehr bei einem Großbrand im
Nachbarort Berstadt unter Beweis stellen. Dies geschah am 21.04.1968. In Juni
wurde unsere Wehr nach Wohnbach gerufen. Hier kamen wir nicht zum Einsatz.
Auch
im Jahre 1969 war unsere Wehr aktiv. Die Übungen verliefen sehr
zufriedenstellend. Der Einsatz in der Kälbergasse am 02.04.1969 war für die
Wehr ein großer Erfolg. Der Brand wurde schnell eingedämmt. Auf die Feuerwehrmänner
und ihre Ausbildung konnte man stolz sein.
Auf
Wunsch von Kreisbrandmeister Wolff (Gambach Wetteraukreis) nahm eine Gruppe
unserer Wehr mit dem LF8-Löschfahrzeug an einer Waldbrandübung teil. Eine
Wegstrecke von 5000 m, die von Kirch-Göns in den Gambacher Wald führte, musste
bewältigt werden, und wir wurden auch als lobenswert erwähnt, da unser Einsatz
mit Funkgeräten geleitet wurde.
Am
11.12.1969, um 15.45 Uhr, alarmierte uns die Wehr aus Wohnbach zu einem Großbrand.
Dank der guten Ortskenntnis und der ausgezeichneten Zusammenarbeit mit der
FFW-Wohnbach konnten die Löscharbeiten ohne Zeitverlust aufgenommen und der
Brand eingedämmt werden.
Auf
der Generalversammlung am 31.01.1970 wurden für ihre 25jährige Mitgliedschaft
folgende Wehrmänner geehrt: Karl Bommersheim, Richard Emmel, Helmut Emmel, Kurt
Groß, Artur Henzel, Oswald Henzel, Arnold Litt, Richard Litt, Heinz Ruppel,
Heinz Garbotz, Ernst Kammer, Ewald Kammer, Robert Kammer, Willi Kammer, Walter
Weil, Erich Leschhorn und Robert Reitz.
Das
Jahr 1970 war ein ruhiges Jahr für die Wehrmänner. Erst in diesem Jahr wird
die Jugendfeuerwehr (die Jugendgruppe wurde 1963 gegründet) in den Kreis Gießen
gemeldet. Die Jugendfeuerwehr hat die Aufgabe, interessierte Jugendliche im
Rahmen der Jugendarbeit auszubilden und an die Einsatzabteilung heranzuführen,
von der sie im Alter von 17 Jahren übernommen werden können. Die
Jugendfeuerwehr hat sich bis zum heutigen Tag bewährt.
Der
Fortschritt in der Bautechnik, die Verwendung chemischer Kunststoffe sowie
andere moderne Ausstattung im Haushalt machen dem Feuerwehrmann eine Brandbekämpfung
ohne spezielle Atemschutzgeräte schwer. Um den Feuerwehrmann vor
Rauchvergiftung zu schützen, hat die Gemeinde Obbornhofen der Wehr 4
Atemschutzgeräte der Firma Welz zur Verfügung gestellt. Somit war es der
Feuerwehr möglich, einen noch effektiveren Brandschutz zu leisten als bisher.
Nach
17jähriger Tätigkeit hat G.Leschhorn sein Amt als Ortsbrandmeister und
1.Vorsitzender der FFW-Obbornhofen am 26.04.1973 niedergelegt. Als sein
Nachfolger wurde am 23.05.1973 Willi Walter gewählt.
Ihr
40jähriges Bestehen hat die Freiwillige Feuerwehr Obbornhofen am 09.10.1976 mit
einem Kommersabend und Ehrungen für 25jährige und 40jährige Vereinszugehörigkeit
gefeiert. Für 25jährige Vereinszugehörigkeit wurden geehrt: Heinz Schuld,
Kurt Kammer, Werner Kammer, Hans Rudolf Kammer, Gustav Leschhorn, Ernst Ruppel,
Erwin Weiser, Friedel Weiser, Artur Bommersheim, Paul Zirzelmeier, Werner Müller,
Rudolf Riedel, Heinz Kunert, Oswald Henzel und Kurt Groß.Für 40jährige
Vereinszugehörigkeit wurden geehrt: Hermann Groß III., Otto Henzel, Erich
Henzel, Willi Bommersheim, Otto Bommersheim, Hugo Hahn, Rudolf Leschhorn, Willi
Jakob, Reinhold Glockengießer, Willi Kammer I., Albert Hahn, Otto Zimmer und
Willi Ruppel.
Durch
die politischen Reformen in Hessen wurden die kleinen Gemeinden zu Großgemeinden
zusammengefasst. Die Gemeinde Obbornhofen wurde am 01. Januar 1977 in die Großgemeinde
Hungen integriert. Das hatte zur Folge, dass auch die Feuerwehr neu strukturiert
wurde. Alle Gemeinde-Feuerwehren wurden an die Stadtwehr angegliedert, mit einem
Stadtbrandinspektor als Kommandanten aller Gemeindewehren. Der Ortsbrandmeister
fungierte als Wehrführer. Der Vorteil dieser Eingliederung ist, dass auf dem
Feuerwehrstützpunkt ein größerer spezieller Fahrzeugpark und eine größere
Ausrüstung den Gemeindewehren auf Abruf zur Verfügung stehen.
Anläßlich
der Vorstandswahlen auf der Generalversammlung am 18.03.1979 wurde Gustaf
Leschhorn zum 1.Vorsitzenden und Gerhard Reitz um 2.Vorsitzenden gewählt. Durch
interne Zwistigkeiten trat Gustaf Leschhorn am 12.02.1979 zurück. Für ihn trat
als Wehrführer Walter Harmert ein. Am 10.03.1979 wurde W.Harmert zum
1.Vorsitzenden gewählt.
In
diesem Jahr wurde der Feuerwehr ein Raum neben dem Gerätehaus als Schulungsraum
zur Verfügung gestellt, der in Eigenleistung ausgebaut wurde.
Die
Jugendfeuerwehr konnte einen Grillplatz am Sportplatz bauen, der noch heute von
ihr verwaltet und gewartet wird.
Bei
der Jahreshauptversammlung wurden für 25jährige Zugehörigkeit geehrt: Hugo
Glockengießer, Gerhard Ruppel, Armin Hahn, Günther Wolff und Willi Weber.
Am
08.01.1983, auf der Jahreshauptversammlung, wählten die Anwesenden einen neuen
Vorstand. 1.Vorsitzender wurde Hans-Jürgen Pissulla, zum 2.Vorsitzenden wurde
Gerhard Reitz gewählt. Dieser Vorstand amtiert heute noch.
Im
letzten Quartal 1983 hatten wir eine Werbeaktion „Sei Mitglied in der Wehr“
durchgeführt. Es wurden auch die Frauen im Ort angesprochen, doch es meldeten
sich leider nur zwei Damen, die sich zur aktiven Mitarbeit in der FFW
Obbornhofen verpflichteten. Sie besuchten den Grundlehrgang und die
Funkunterweisung mit Erfolg. Sie nahmen an allen Übungen und Einsätzen teil
und leisteten die Arbeit, die jeder Feuerwehrmann leisten muß. Der
Hochwasser-Einsatz im Frühjahr 1984 in Gießen z.B., war eine Leistung, die
jede Frau und jeden Mann gefordert hat. Nach dem Motto: „Einer für alle, alle
für einen“ konnten wir den Einsatz gut meistern.
Wenn
eine Feuerwehr die vielseitigen Einsatzerfordernisse in der heutigen Zeit
jederzeit schnell und erfolgreich bewältigen soll, so setzt dies eine enorme
Bereitwilligkeit der Feuerwehrmänner und –frauen zum ständigen Übungsdienst
und eine gute Geräteausstattung voraus. Wie die Vergangenheit gezeigt hat, ist
beides bei unserer Wehr vorhanden. Die Wehr bedankt sich für die insgesamt
erbrachten Leistungen bei der Gemeinde und bei all den anderen freiwilligen
Helfern, die unsere FFW in irgendeiner Weise bisher unterstützt haben.
Nach
dem derzeit noch gültigen „Hessischen Brandschutzhilfeleistungsgesetz“ vom
05.10.1970 sind alle gesunden männlichen Staatsbürger vom vollendeten 16. bis
zum 60. Lebensjahr zum Dienst in der Feuerwehr verpflichtet, soweit die
erforderliche Einsatzstärke einer Freiwilligen Feuerwehr nicht ausreicht.
Wie
jedoch aus den vorstehenden Aufzeichnungen zu ersehen ist, haben sich seither
immer wieder genug freiwillige junge Bürger für den Dienst in der Freiwilligen
Feuerwehr Obbornhofen eingefunden, „um allen Menschen in Gefahrensituationen
– selbst bei eigener Gefährdung- tatkräftig zu helfen“. Wir hoffen, dass
dies auch in Zukunft so sein wird und rufen alle gesunden jungen Menschen zum
Dienst in den Freiwilligen Feuerwehren auf.
Unser
Feuerwehrdienst steht, wie einst in den Gründungsjahren, auch heute noch unter
dem Wahlspruch:
„Gott
zur Ehr´, dem Nächsten zur Wehr!“